Schwedisches Original-Fallbeispiel: Zum Originalfallbeispiel der Gemeinde Älmhult (https://www.abilia.com/sv/losningar/lss-verksamhet/kundreferenser-lss/fran-whiteboard-till-digital-sjalvstandighet-sa)
Von analogen Ablaufplänen zur digitalen Struktur: Wie die Gemeinde Älmhult MEMOplanner eingeführt hat
Dieses Fallbeispiel zeigt, wie MEMOplanner in verschiedenen Unterstützungsangeboten der schwedischen Gemeinde Älmhult eingesetzt wird. Die Erfahrungen aus Schweden lassen sich nicht direkt auf Deutschland übertragen. Die Einführung, Beschaffung und mögliche Kostenübernahme erfolgen in Deutschland nach anderen Rahmenbedingungen.
Wie MEMOplanner in Deutschland einzuordnen ist
MEMOplanner ist kein gewöhnlicher digitaler Kalender und keine herkömmliche Kalender-App. MEMOplanner ist eine speziell entwickelte digitale, kognitive Assistenzlösung für Menschen, die umfassende Unterstützung bei der zeitlichen Orientierung, der Strukturierung des Alltags, der Planung, dem Erinnern und der Durchführung alltäglicher Aktivitäten benötigen.
MEMOplanner Medium (Tablet) und MEMOplanner Large (Tablet) sind Medizinprodukte der Klasse I gemäß der europäischen Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745, kurz MDR.
Die Lösung wird auf einer Hardware (MEMOplanner-Tablet, Medium oder Large) bereitgestellt, die speziell zur kognitiven Unterstützung entwickelt wurde. Der Schwerpunkt von MEMOplanner liegt auf persönlichen Strukturen, Routinen, Erinnerungen und Aktivitäten individueller Nutzer:innen auf einer speziell entwickelten und geschlossenen Hardware. Dies unterscheidet MEMOplanner grundlegend von gewöhnlichen Tablets oder Kalender-Apps, da der Fokus der Aufmerksamkeit nicht abgelenkt werden kann.
Der Einsatz von MEMOplanner ist an der ICF ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen die Funktionsfähigkeit im Alltag, die Durchführung von Aktivitäten, die Teilhabe sowie das individuelle Lebensumfeld der jeweiligen Person.
MEMOplanner (Tablet), MEMOplanner Go (Begleit-App für unterwegs) und myAbilia (MEMOplanner-Webportal) bilden gemeinsam eine persönliche kognitive Assistenzlösung, die an den Bedarf eines einzelnen MEMOplanner-Nutzers und der von ihm autorisierten Begleitpersonen angepasst werden kann.
Diese Einordnung ist für Leserinnen und Leser in Deutschland wichtig. Das folgende Fallbeispiel zeigt, wie MEMOplanner in Schweden im Alltag genutzt wird. Der deutsche Verordnungs- und Beschaffungsweg wird am Ende des Artikels erläutert.
Über das Projekt in Älmhult
Die Gemeinde Älmhult in Schweden führte MEMOplanner ein, nachdem sie den Bedarf an einer besseren kognitiven Unterstützung in ihren Angeboten erkannt hatte. Ziel war es, papierbasierte Tagespläne und Ablaufpläne durch eine digitale Lösung zu ersetzen, die Nutzer: innen und Mitarbeitende strukturierter unterstützen kann. MEMOplanner wird inzwischen in verschiedenen Angeboten der Gemeinde eingesetzt, sowohl im Wohnumfeld der Nutzer:innen als auch in speziellen Wohnformen.
Die nachfolgend vorgestellten Personen nutzen MEMOplanner in Schweden. Ihre Erfahrungen vermitteln einen Eindruck davon, welche Unterstützung die Lösung bieten kann. Wie die Versorgung mit MEMOplanner in Deutschland erfolgt, wird am Ende dieses Artikels erläutert.
Den Kopf entlasten – Unterstützung, genau im richtigen Moment
Hedvig lebt in ihrer eigenen Wohnung. Mitarbeitende befinden sich im Nachbargebäude. Ihr MEMOplanner ist gut sichtbar im Flur angebracht.
MEMOplanner zeigt Hedvig, was für den Tag geplant ist. Die Lösung unterstützt sie dabei, ihre Morgenroutine zu beginnen und sich auf den Weg zu ihrem Beschäftigungsangebot vorzubereiten. Erledigte Aktivitäten markiert sie direkt in MEMOplanner.
„Man muss hier auf die grüne Schaltfläche drücken. Dann wird daraus ein grünes Häkchen, und die Aufgabe ist erledigt“, erklärt Hedvig.
Die Anzeige hilft ihr auch, soziale Regeln und persönliche Vereinbarungen im Blick zu behalten, an die sie sich sonst möglicherweise nur schwer erinnern könnte. Dazu gehört beispielsweise, andere Personen nicht vor 9 Uhr und nicht nach 22 Uhr anzurufen.
Ihr Betreuer Claes beschreibt, wie aktiv Hedvig MEMOplanner selbst nutzt. Sie trägt viele Aktivitäten eigenständig ein. Er unterstützt sie (nur) dort, wo sie Hilfe benötigt.
Dieses Beispiel zeigt einen wichtigen Nutzen von MEMOplanner: Hedvig muss sich nicht ausschließlich auf ihr Gedächtnis oder wiederholte mündliche Erinnerungen verlassen. Sie kann selbst sehen, was geplant ist, was als Nächstes ansteht und was sie bereits erledigt hat.
Das kann zu mehr Struktur, Orientierung, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag beitragen.
Mehr Sicherheit für den Nutzer, Entlastung für Familien und Begleitpersonen
Pontus lebt in Oxtorget, einem Angebot des unterstützten Wohnens. Persönliche Gegenstände in seiner Wohnung zeigen seine Interessen, darunter Autos und Elvis Presley. Der an der Wand angebrachte MEMOplanner ist für ihn zu einem verlässlichen Bestandteil seines Alltags geworden.
„Es ist wirklich gut, nicht alles im Kopf behalten zu müssen“, erklärt Pontus. Dabei zeigt er, wie er Aufgaben abhakt, bei denen er früher Sorge hatte, sie zu vergessen. Dazu gehören beispielsweise das Abschließen der Tür oder das Füttern seiner Fische.
MEMOplanner kann alltägliche Handlungen durch eine übersichtliche Visualisierung, Erinnerungen, Bilder und Checklisten leichter verständlich machen. Komplexere Aktivitäten lassen sich in einzelne, nachvollziehbare Schritte unterteilen.
Auch für Familien und Begleitpersonen können gemeinsam abgestimmte Routinen hilfreich sein. Wenn Aktivitäten sichtbar und klar strukturiert sind, kann dies wiederholte Erinnerungen und Missverständnisse reduzieren und eine bessere Grundlage für die Kommunikation schaffen.
Das Ziel besteht nicht darin, personelle Unterstützung zu ersetzen. Vielmehr soll die Unterstützung rund um einzelne Nutzer:innen klarer und verlässlicher gestaltet werden.
Schrittweise Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten
Als wir Otto treffen, ist sein Geburtstag
Auf seinem MEMOplanner wechselt er zwischen den angezeigten Tagen und zeigt, wie die Feier geplant wurde: Heute gibt es Kuchen in Oxtorget. Am Wochenende findet ein Grillfest mit Menschen statt, die ihm nahestehen.
Für Otto ist MEMOplanner auch ein praktisches Lerninstrument.
„Montags putze ich“, erzählt er und öffnet eine Checkliste. Sie zeigt ihm Schritt für Schritt, was beim Putzen zu tun ist.
Für das Wäschewaschen wurde ein persönliches Anleitungsvideo erstellt. Darin wird erklärt, wie seine eigene Waschmaschine funktioniert. Otto erkennt im Video die vertraute Stimme eines Mitarbeitenden.
Mit MEMOplanner Go kann Otto das Anleitungsvideo auch auf seinem Smartphone in der Waschküche aufrufen. So sieht er die einzelnen Schritte direkt an der Waschmaschine und muss sie sich nicht alle merken.
MEMOplanner Go ist die mobile Ergänzung zur persönlichen MEMOplanner-Lösung. Die Begleit-App macht ausgewählte Inhalte aus dem MEMOplanner auch unterwegs auf deinem eigenen Smartphone oder Tablet verfügbar.
MEMOplanner bietet Otto Struktur in seinem hauptsächlichen Lebensumfeld. MEMOplanner Go begleitet ihn in Situationen, in denen er nicht direkt vor seinem MEMOplanner steht. Dadurch kann die persönliche Unterstützung dort verfügbar sein, wo Otto sie gerade benötigt.
Bessere Kommunikation über den Tagesablauf
Auch Nelly nutzt MEMOplanner Go. Die Digitalisierung hat die Kommunikation spürbar unterstützt.
Auf dem Sofa zeigt Nelly, wie sie eine neue Aktivität erstellt, ein Foto aufnimmt und dieses direkt an ihren MEMOplanner sendet.
„Ich bin ziemlich müde. Ich habe heute bei Fokus gearbeitet“, erzählt sie und zeigt die Aktivitäten, die sie im Laufe des Tages abgeschlossen hat.
Für Menschen mit kognitivem Unterstützungsbedarf kann es schwierig sein, anderen den eigenen Tagesablauf rückblickend zu beschreiben. MEMOplanner macht Aktivitäten und Ereignisse sichtbar. Dadurch kann Nelly zeigen, was sie während des Tages gemacht hat.
Die Menschen in ihrem Umfeld können so besser nachvollziehen, warum sie müde ist. Das kann Missverständnisse vermeiden und die Kommunikation erleichtern.
Auch Eltern, Angehörige, Mitarbeitende und Fachkräfte können dadurch einen besseren Einblick in den Tagesablauf erhalten. Dies kann besonders bei Übergängen, Veränderungen von Routinen, Müdigkeit oder unterschiedlichen Erwartungen hilfreich sein.
Unterstützung aus der Ferne mit myAbilia
myAbilia ist der webbasierte Teil der persönlichen MEMOplanner-Lösung. Darüber können autorisierte Unterstützungspersonen den MEMOplanner eines einzelnen Nutzers aus der Ferne mitgestalten.
Sie können beispielsweise Aktivitäten, Erinnerungen, Bilder und Checklisten hinzufügen oder anpassen. Der Zugriff ist über einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone möglich.
Das kann für Eltern, Angehörige, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Mitarbeitende in Betreuung und Pflege, pädagogische Fachkräfte sowie andere vertraute Unterstützungspersonen hilfreich sein.
Die Unterstützung wird immer für einen bestimmten Nutzer und entsprechend seinem persönlichen Bedarf eingerichtet. myAbilia dient dabei nicht als allgemeiner Kalender für eine Wohngruppe oder Einrichtung. Es unterstützt autorisierte Personen dabei, die persönliche MEMOplanner-Lösung eines einzelnen Nutzers zu begleiten und anzupassen.
Die Erfahrungen des Teams in Älmhult
Linn Bengtsson ist Projektleiterin und Unterstützungspädagogin bei der Gemeinde. Sie begleitete das Projekt während des gesamten Verlaufs.
„Der größte Nutzen für uns in Oxtorget war die deutlich bessere Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden und den Nutzer:innen. Nutzer:innen erlebten einen vorhersehbareren Alltag als zuvor. Indem wir sichergestellt haben, dass Nutzer und Mitarbeitende bei einer Aktivität die gleichen Erwartungen haben, konnten wir Konfliktbereiche deutlich reduzieren“, fasst Linn zusammen.
Das Beispiel zeigt, wie eine klarere Darstellung von Aktivitäten und Erwartungen die Zusammenarbeit zwischen Nutzern und Mitarbeitenden unterstützen kann. Beide Seiten können sich auf dieselben sichtbaren Informationen beziehen. Das schafft eine gemeinsame Grundlage für den Alltag.
Was das Fallbeispiel für Deutschland bedeutet
Viele Menschen mit kognitivem Unterstützungsbedarf nutzen Papierpläne, Ablaufpläne, mündliche Erinnerungen, Smartphones oder gewöhnliche Kalender-Apps. Diese Hilfsmittel können nützlich sein. Sie sind jedoch nicht mit MEMOplanner gleichzusetzen.
MEMOplanner wurde speziell für Menschen entwickelt, die umfassende kognitive Unterstützung benötigen. Die Lösung hilft dabei:
- Zeit und Tagesabläufe verständlicher zu machen
- Aktivitäten und Termine übersichtlich darzustellen
- Routinen aufzubauen und einzuhalten
- an wichtige Aufgaben zu erinnern
- komplexere Handlungen in einzelne Schritte zu unterteilen
- Veränderungen und Übergänge besser vorzubereiten
- Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag zu unterstützen
MEMOplanner Medium (Tablet) und MEMOplanner Large (Tablet) sind Medizinprodukte der Klasse I gemäß der Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte (MDR).
Die offizielle Zweckbestimmung sieht MEMOplanner für Menschen vor, die eine umfassende kognitive Unterstützung in den Bereichen Zeit, Struktur, Planung und grafische Übersichtlichkeit benötigen.
Bei der Entwicklung und Bewertung von MEMOplanner wurden zudem relevante Normen für assistive Produkte, kognitive Zugänglichkeit und das Zeitmanagement im Alltag berücksichtigt.
Die speziell entwickelte geschlossenen Anwendungsumgebung unterscheidet MEMOplanner wesentlich von einem gewöhnlichen Smartphone, Tablet oder einer Kalender-App. Bei allgemeinen Endgeräten steht eine große Zahl unterschiedlicher Funktionen zur Verfügung. Diese kann für Menschen mit kognitivem Unterstützungsbedarf unübersichtlich oder ablenkend sein.
MEMOplanner setzt einen anderen Schwerpunkt. Die persönliche Tagesstruktur, verständliche Zeitdarstellung, Routinen, Erinnerungen und Aktivitäten stehen im Mittelpunkt. Inhalte und Darstellung können an den Bedarf des einzelnen Nutzers angepasst werden.
MEMOplanner Go ergänzt die persönliche Lösung auf dem eigenen Smartphone oder Tablet. Ausgewählte Inhalte können dadurch auch unterwegs genutzt werden, wenn sich die Person nicht in der Nähe ihres MEMOplanner-Geräts befindet.
Über myAbilia können autorisierte Angehörige oder Fachkräfte die persönliche MEMOplanner-Lösung aus der Ferne unterstützen. Sie können beispielsweise Aktivitäten, Erinnerungen, Bilder, Checklisten und weitere Inhalte erstellen oder anpassen.
MEMOplanner, MEMOplanner Go und myAbilia bilden somit eine zusammenhängende kognitive Assistenzlösung für einen einzelnen Nutzer:
- MEMOplanner (Tablet) schafft eine verständliche und verlässliche Struktur im hauptsächlichen Lebensumfeld.
- MEMOplanner Go (auf eigenes Smartphone oder Tablet) macht ausgewählte persönliche Unterstützung auch unterwegs verfügbar.
- myAbilia ermöglicht autorisierten Angehörigen und Fachkräften, Inhalte aus der Ferne zu begleiten und anzupassen.
An der ICF ausgerichtete Unterstützung
Der Einsatz von MEMOplanner orientiert sich an der ICF. Die ICF betrachtet nicht nur Erkrankungen oder Diagnosen. Sie richtet den Blick auch darauf, wie ein Mensch seinen Alltag bewältigt, welche Aktivitäten möglich sind, wo Unterstützung benötigt wird und wie Teilhabe gefördert werden kann.
Bei MEMOplanner steht deshalb die individuelle Alltagssituation im Vordergrund. Die Lösung wird nicht als allgemeiner Organisationskalender für mehrere Menschen eingerichtet. Sie wird an die Bedürfnisse, Fähigkeiten, Routinen und Ziele einer bestimmten Person angepasst.
Für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie andere Fachkräfte bedeutet dies, dass MEMOplanner gezielt in die Unterstützung alltäglicher Aktivitäten eingebunden werden kann. Dazu können beispielsweise Morgenroutinen, Körperpflege, Mahlzeiten, Haushaltsaufgaben, Schule, Arbeit, Therapie, Freizeit und soziale Kontakte gehören.
Der Versorgungsweg in Deutschland
In Deutschland wird MEMOplanner nicht als gewöhnliches Verbraucherprodukt oder als allgemeine Kalender-App angeboten. Die Versorgung ist auf eine einzelne Person und deren kognitiven Unterstützungsbedarf ausgerichtet.
MEMOplanner Medium (Tablet) und MEMOplanner Large (Tablet) sind im GKV-Hilfsmittelverzeichnis in der Produktgruppe 52 als Pflegehilfsmittel zur Förderung einer selbstständigeren Lebensführung gelistet.
Eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse kann möglich sein. Jeder Antrag wird individuell geprüft. Die Kostenübernahme setzt eine Genehmigung durch die zuständige Pflegekasse voraus.
Zu einem typischen individuellen Versorgungsfall gehören in der Regel:
- mindestens Pflegegrad 1
- eine diagnostizierte kognitive Beeinträchtigung oder ein dokumentierter kognitiver Unterstützungsbedarf
- ein Unterstützungsbedarf bei zeitlicher Orientierung, beim Erinnern, bei der Planung, bei Routinen oder bei der Durchführung alltäglicher Aktivitäten
- eine individuelle Begründung, warum MEMOplanner für die betreffende Person geeignet ist
Entscheidend ist immer die persönliche Situation. Es wird betrachtet, wobei die Person im Alltag Unterstützung benötigt und welchen konkreten Nutzen MEMOplanner bieten kann.
Direkte Anschaffung durch eine Einrichtung oder Organisation
Eine Einrichtung für unterstützte Wohnformen, eine Kommune oder eine andere Organisation kann auch ein individuelles Angebot für eine direkte institutionelle Anschaffung oder eine Selbstfinanzierung anfragen.
Dieser Beschaffungsweg ist von einer individuell geprüften und durch die Pflegekasse finanzierten Versorgung zu unterscheiden.
Eine direkte institutionelle Anschaffung oder Selbstfinanzierung darf nicht mit der im schwedischen Fallbeispiel beschriebenen gemeindeweiten Einführung gleichgesetzt werden.
Lebt der vorgesehene Nutzer in einer besonderen Wohnform, müssen seine persönliche Situation, sein kognitiver Unterstützungsbedarf und ein möglicher Erstattungsweg weiterhin individuell betrachtet werden.
Die zentrale Botschaft für Deutschland
MEMOplanner ist nicht einfach eine weitere Kalender-App.
MEMOplanner ist eine speziell entwickelte digitale kognitive Assistenzlösung. Sie verbindet die eigens dafür entwickelte MEMOplanner-Hardware mit MEMOplanner Go und myAbilia.
Im Mittelpunkt stehen nicht möglichst viele Funktionen. Entscheidend ist eine leicht verständliche Darstellung von Zeit und Aktivitäten, persönliche Routinen, klare Erinnerungen und eine verlässliche Unterstützung im Alltag.
Der Status als Medizinprodukt gemäß MDR, die individuelle Anpassung und die an der ICF ausgerichtete Unterstützung von Funktionsfähigkeit, Aktivitäten und Teilhabe unterscheiden MEMOplanner klar von gewöhnlichen digitalen Kalendern und universell einsetzbaren Planungs-Apps.
Als Pflegehilfsmittel in Deutschland gelistet
MEMOplanner ist im Pflegehilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gelistet.
Das Pflegehilfsmittelverzeichnis ist eine Anlage zum Hilfsmittelverzeichnis und umfasst Produkte, die Menschen mit Pflegebedarf bei einer selbstständigeren Lebensführung unterstützen können.
MEMOplanner ist dort folgendermaßen eingeordnet:
- Produktgruppe 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung
- Anwendungsort 40: häuslicher Bereich
- Untergruppe 05: Assistenzsysteme
Die Aufnahme erfolgte für Menschen mit Pflegebedarf, deren Fähigkeit zur Strukturierung des Tages beeinträchtigt ist.
MEMOplanner ist für Personen vorgesehen, die eine erweiterte kognitive Unterstützung bei Zeit, Struktur, Planung und grafischer Übersichtlichkeit benötigen.
Je nach Ausführung ist MEMOplanner unter folgenden Positionsnummern im Pflegehilfsmittelverzeichnis zu finden:
- 52.40.05.0004: MEMOplanner Medium
- 52.40.05.0010: MEMOplanner Large
Was bedeutet das für die Kostenübernahme?
Da MEMOplanner in der Produktgruppe 52 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses gelistet ist, wird eine mögliche Kostenübernahme bei gesetzlich Pflegeversicherten durch die zuständige Pflegekasse geprüft.
Die Kosten werden nicht automatisch übernommen. Jeder Versorgungsfall wird individuell betrachtet. Dabei wird geprüft, ob ein anerkannter Pflegegrad vorliegt, welcher kognitive Unterstützungsbedarf besteht und warum MEMOplanner für die betreffende Person geeignet ist. Die Versorgung setzt die Genehmigung durch die Pflegekasse voraus.
Kurz gesagt: MEMOplanner ist ein gelistetes Pflegehilfsmittel. Deshalb ist bei gesetzlich Pflegeversicherten grundsätzlich die Pflegekasse für die Prüfung des Antrags zuständig und nicht die Krankenkasse.
Der Antrag erfolgt im Rahmen der Pflegeversicherung nach dem SGB XI.
Abschließender Satz
MEMOplanner verbindet eine speziell entwickelte kognitive Assistenzlösung mit einer klaren Einordnung als Medizinprodukt und gelistetes Pflegehilfsmittel. Damit unterscheidet sich MEMOplanner grundlegend von gewöhnlichen Kalender-Apps, die weder für diesen besonderen Unterstützungsbedarf entwickelt wurden noch über eine entsprechende Listung im Pflegehilfsmittelverzeichnis verfügen.